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Woran erkenne ich eine seriöse Tierschutzorganisation?

Leider ist gerade der Auslandstierschutz schon öfters in Verruf geraten. Auch in Tierschützerkreisen machen sich zum Leidwesen seriöser Vereine schwarze Schafe breit, die kranke Tiere vermitteln, falsche Papiere ausstellen und den neuen Besitzern wichtige Informationen vorenthalten.
Nicht nur für die Besitzer und Tiere, sondern auch für alle verantwortungsvoll arbeitenden Vereine ist eine solche betrügerische Vermittlung sehr folgenschwer. Verständlicherweise wird sich der neue Tierbesitzer hintergangen fühlen, wenn ein Tier ankommt, welches viel älter ist als angegeben oder schlimmer noch, sehr krank ist. Was hängen bleibt, ist der Eindruck, dass alle Organisationen so arbeiten, bzw. dass alle Tiere z. B. aus südlichen Ländern krank sind und man nie weiß, was man bekommt. Schlimm für alle Tierschützer, die einen Großteil ihrer Freizeit in eine seriöse Tierschutzarbeit investieren und viel Einsatz und eigenes Geld einbringen, um ihren Schützlingen zu einem Zuhause zu verhelfen.
Bei Vermittlungen von Tieren in der Schweiz kann man sich meist persönlich vor Ort ein Bild machen. Kommt ein Tier aus dem Ausland, ist das nicht so einfach. Schauen Sie Sich die Vereinsseite im Internet an und versuchen Sie, mehr über die Organisation zu erfahren. Schauen Sie, ob die Seite informativ aufgebaut ist und ob eine Adresse und Ansprechpartner aufgeführt sind.

Der erste Kontakt
Sie sind im Internet auf einen unserer Vierbeiner aufmerksam geworden, der Ihnen gefällt? Dann sollten Sie sich per Mail an die dort angegebene Kontakt-E-Mail-Adresse wenden. Sie sollten sich möglichst ausführlich unter Angabe Ihrer eigenen Kontaktdaten (Name, Vorname, Adresse, Tel./Fax/Mobiltel./E-Mail kurz oder gerne auch länger) vorstellen, damit wir uns ein „Bild“ von Ihnen machen können. Schreiben Sie uns wo sie leben, ob Sie Kinder, bereits andere Tiere haben, arbeiten gehen oder zuhause sind ...(od. füllen Sie unseren Adoptionsfragebogen aus) das erspart uns in der Regel eine Menge Rückfragen. Sofern aus Ihrem Kontaktmail alle für uns relevanten Informationen hervorgehen – ansonsten fragen wir ebenfalls per Mail vorab noch einmal gezielt nach – nimmt ein mit der Vermittlung betrauter Mitarbeiter unseres Vereins telefonisch Kontakt mit Ihnen auf. Im Rahmen dieses Telefonats lässt sich bereits eine Vielzahl Fragen klären. Wenn von unserer Seite alle Voraussetzungen für eine Vermittlung gegeben sind, vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin zu einer sogenannten Vorkontrolle.

Die Vorkontrolle
Diese Kontrolle findet bei Ihnen zu Hause statt und wird von einem Mitarbeiter des Vereins oder einer ernannten Person durchgeführt. Hier geht es nicht darum, Sie persönlich zu „kontrollieren“, ob ihre Wohnung aufgeräumt ist oder dergleichen, sondern vielmehr darum, Sie persönlich einmal kennen zu lernen, einfach noch mal ein Gespräch zu führen, zu sehen, wie das Tier bei Ihnen leben würde und eventuelle weitere Fragen zu klären. Hier werden Punkte besprochen wie z. B., ob eine Genehmigung des Vermieters zur Hundehaltung vorliegt, über welche Kenntnisse der Tierhaltung Sie verfügen, ob der neue Vierbeiner von der ganzen Familie positiv aufgenommen wird und bei Bedarf leisten wir auch Hilfestellung in Bezug auf die Anschaffung bzw. Haltung eines Hundes. (Tierhaftpflicht, Anmeldung Mikrochip, Anmeldung bei der Gemeinde.)

Unsere Tiere haben allesamt kein schönes Leben gehabt und sollen ein Zuhause finden, in dem sie sich geborgen fühlen – insofern bitten wir um Verständnis, dass wir uns die Entscheidung nicht allzu leicht machen können. Nach einer positiven Kontrolle, anlässlich derer auch Ihre Fragen umfassend beantwortet wurden und wir Sie über alle uns bekannten Eigenschaften des Tieres informiert haben, wird mit Ihnen, wenn sich alle einig sind, im Rahmen der Kontrolle ein Schutzvertrag geschlossen.

Der Schutzvertrag, die Schutzgebühr ...und was mit ihr passiert
Ein solcher Vertrag regelt alle wesentlichen Punkte im Bezug auf die Haltung des Tieres und besagt, dass Sie als neuer Besitzer unserem Vierbeiner ein Heim auf Lebenszeit bieten, unser Verein jedoch die Eigentumsrechte an dem Tier behält. Dies dient dem Schutz des Hundes, damit mit diesem kein Handel betrieben werden kann, er nicht an Dritte verkauft wird, oder in einem Fall, wo Sie aus einer Änderung Ihrer persönlichen Lebensumstände heraus das Tier selbst nicht mehr halten können, der Hund auf jeden Fall wieder der Obhut des Vereins unterstellt wird - sprich an uns zurückgegeben wird.
Die Höhe der Schutzgebühr ist individuell. Es werden fast ausschließlich kastrierte Hunde vermittelt, lediglich Welpen werden unkastriert vermittelt. Bei Erreichen der Geschlechtsreife ist das Tier dann von Ihnen zu kastrieren. Die Schutzgebühr kann von Ihnen je nach Absprache entweder auf das Vereinskonto des Vereins überwiesen werden, oder dem mit Ihrer Vermittlung betrauten Mitarbeiter unseres Vereins auch bar übergeben werden. Sie deckt einen Teil der entstehenden Kosten bei der Versorgung all unserer Vierbeiner und kommt ausschließlich denen zu Gute, die noch kein Heim gefunden haben.
Die Schutzgebühren bereits vermittelter Hunde ermöglichen sozusagen den Hunden vor Ort die Versorgung, die medizinische Betreuung etc. und schützen das Tier selbst gleichzeitig davor, von skrupellosen Menschen für „kleines Geld“ eingekauft zu werden, um z. B. profitabel weiter veräußert zu werden.

Wie kommt das Tier nun zu Ihnen?

aus einer Pflegestelle in der Schweiz:

Sofern das Tier bereits in der Schweiz in einer unserer Pflegefamilien lebt, wird man mit Ihnen einen Besuchstermin vereinbaren, an dem Sie Ihr Tier kennenlernen können. Falls die Entfernung für Sie zur Pflegestelle nicht zu groß ist, steht auch mehrmaligen Besuchen nichts im Wege. Mitnehmen dürfen Sie Ihr Tier aber in der Regel erst, nachdem wir den üblichen Vorbesuch bei Ihnen gemacht haben und einen Schutzvertrag abgeschlossen haben. Falls Sie eine weite Anfahrt haben, erledigen wir die Formalitäten auch gerne völlig unverbindlich im Voraus, damit Sie frei entscheiden können, ob der neue Hausgenosse sofort mitreisen darf oder nicht.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir die Tiere im Normalfall nicht bringen können, da wir alle einen Beruf, eigene Tiere um die wir uns kümmern müssen, haben. Wenn wir bei einem logistischen Problem helfen können, machen wir das jedoch gerne.

aus dem Ausland:

Nach Ihrer verbindlichen Zusage zur Adoption eines Tieres, reservieren wir den Hund für Sie und er wird dann "vorbereitet". Den genauen Reisetermin Ihres Vierbeiners teilen wir Ihnen so schnell wie möglich mit.

In den Tagen nach der Ankunft, werden wir verstärkt mit Ihnen Kontakt halten, bis Sie und der neue Hausbewohner sich aneinander gewöhnt haben und gut zurecht kommen.


Impfausweis, Gesundheitszeugnis

Hunde, die aus Italien anreisen,werden gegen Tollwut geimpft und entwurmt, fast alle Hunde sind kastriert ausser die Welpen. Ärzte kontrollieren die Hunde auf mögliche Krankheiten. Ein gewisses Restrisiko bleibt jedoch immer bestehen. Es gibt kein 100% sicheres Verfahren, um alle Erkrankungen auszuschließen und selbst mit negativem Testergebnis, kann man nie ganz ausschließen, dass versteckte Erkrankungen vorliegen. Alle unsere Hunde bekommen einen generellen Gesundheitscheck und werden nach unserem besten Wissen gesund vermittelt. Uns bekannte gesundheitliche Probleme, werden wir immer offen mit Ihnen besprechen.

Bei Übergabe Ihres Vierbeiners erhalten Sie einen blauen EU Heimtierpaß mit den gültigen Impfungen und der Chipnummer Ihres Tieres. Ein Gesundheitszeugnis ist für die Einreise nicht mehr erforderlich. Es wird im EU Pass lediglich vom behandelnden Tierarzt die Gesundheit des Tieres bestätigt.



Geschafft!
Das Tier ist endlich bei Ihnen im neuen Zuhause ankommen! Uns ist sehr wichtig, dass Sie sich auch nach einer erfolgten Vermittlung jederzeit gerne an uns wenden können, sobald Fragen oder Probleme auftreten. Wir stehen Ihnen nach unseren Kräften mit Rat und Tat zur Seite!
Da auch die Retter der Hunde vor Ort wissen möchten, wo ihre Schützlinge untergebracht werden, bitten wir Sie, uns ein Fotos unseres ehemaligen Schützlings bei Ihnen im neuen Heim zuzusenden, denn diese Bilder sind es, die uns für unsere Arbeit entschädigen und uns motivieren weiter zu machen!

Welcher Hund passt zu mir?



Für welchen Hund man sich entscheidet ist ein wichtiger Aspekt.

Für viele Leute ist es sehr wichtig, dass sie ein Hund schon als Welpe bei sich haben können. Der Grund dafür ist, dass viele Leute glauben, dass man ein junger Hund viel einfacher erziehen kann als ein erwachsener Hund.

Die Vorteile von einem erwachsenen Hund sollten aber nicht vergessen werden. Denn ein älterer Hund hat die so genannten “Flegeljahre” schon hinter sich. Sachen wie Schuhe kauen oder ähnliches ist bei erwachsenen Hunden eher selten. Der Welpe findet jedoch fast immer etwas interessantes zum Kauen. Mit dem Welpen muss man viel nach Draussen gehen, damit er „sein Geschäft“ verrichten kann. Hingegen bei den älteren Hunden, wenn sie einmal stubenrein sind, ist „die Not“ jedoch nicht mehr so gross.

Die Hunde aus Italien brauchen meistens eine längere Eingewöhnungsphase als andere Hunde. Man muss für diese, zum Teil gequälten Geschöpfe, viel Geduld aufbringen und das Vertrauen vom Hund zuerst gewinnen. Viele Hunde haben auch von Männern Angst, waren es gerade die, die die Hunde in Italien gequält haben.

Die meisten dieser Hunde mussten noch nie an der Leine laufen oder fristeten ihr Dasein an der Kette. Deshalb kann es für sie am Anfang sehr störend und unbegreiflich sein, weshalb sie nun plötzlich an einer Leine laufen müssen. Auch Treppenlaufen und Autofahren kennen die Hunde nicht.

Das „neue Leben“ muss den Tieren mit viel Geduld gezeigt werden.

Und darum verlangen Sie von diesen Hunden nicht, dass sie nach den ersten Tagen schon:

▪ ohne Probleme an der Leine gehen können
▪ nicht mehr Angst von Männern oder fremden Leuten haben
▪ vor Freude springen, wenn sie in das Auto einsteigen müssen
▪ bei verschiedenem Lärm wie Staubsauger- und Verkehrslärm nicht mehr aus Angst zusammenzucken

Diese Hunde lebten in Italien, egal ob auf der Strasse oder im Tierheim, im Rudel. Daher sind diese Hunde sehr sozial und mit ihresgleichen sehr verträglich.

Entscheidet man sich für einen solchen Hund wird er sich nach seiner Eingewöhnungszeit als dankbarer und treuer Zeitgenosse erweisen.

Schauen Sie sich doch diese Bilder an, vielleicht verlieben auch Sie sich in ein solch armes Kerlchen.

Diese armen Seelen sehnen sich nach einem eigenen Zuhause!
Sie leben zusammen im grossen Rudel und sind alle zutiefst sozial!!


Letzte Änderung am Samstag, 4. Februar 2012 um 10:27:06 Uhr.